Scheeres verfehlt Klassenziel

++ SPD-Bildungssenatorin verantwortlich für bildungspolitisches Notstandjahr

Hildegard Bentele, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Berlin, erklärt:

„Setzen Sechs! Berlins SPD-Schulsenatorin Scheeres hinterlässt zum Ende dieses Schuljahres einen bildungspolitischen Notstand, der sich noch weiter verschärfen wird. Von 2100 Lehrerstellen sind nach jetzigem Stand nur 900 mit regulär ausgebildeten Lehrern besetzt. Selbst Quereinsteiger werden nicht mehr ausreichen, um die Lücken zu füllen. Im neuen Schuljahr werden nun auch Studenten und Personen, die kein Fach der Berliner Schule studiert haben, für den Regelunterricht herangezogen werden. Förderunterricht in kleinen Gruppen wird stark zurückgefahren werden müssen. Gleichzeitig werden Klassen im neuen Schuljahr über die Grenzen des Erträglichen vollgestopft werden. So kommen wir nicht aus der Krise.

Nicht nur an der Polizeiakademie Berlin zeigt sich mittlerweile in dramatischer Weise, wie tief sich die Versäumnisse in der SPD-Bildungspolitik mittlerweile eingefressen haben: Zwei Drittel der Bewerber schreibt im Auswahltest im Diktat eine Sechs. 50 neue Lehrer werden allein dort nötig sein um die angehenden Polizisten auf Vordermann zu bringen.

Diese Situation schreit geradezu nach tiefgreifenden Maßnahmen, denen sich die Senatorin und rot-rot-grün jedoch weiter verweigern:
- Wir müssen Lehrer endlich wieder verbeamten, damit keine ausgebildeten Kräfte an andere Bundesländer verloren gehen.
- Wie von uns seit längerem gefordert müssen Quereinsteiger vorbereitet, ihr Einsatz richtig gesteuert werden. Ihre Zahl muss je Schule quotiert werden, kein Einsatz in der Schuleingangsphase.
- Entlastung der Lehrer bspw. durch Abschaffung unnötiger Prüfungen wie dem MSA an den Gymnasien, Einstellung von Verwaltungsleitern und Sozialarbeitern an allen Schulen.
- Konzentration auf die wesentlichen Ziele der Schule (lesen, schreiben, rechnen, Werte) mit klaren, verbindlichen und berlinweiten Vorgaben sowie Leistungskontrollen.
- Schulleitungen müssen wir mehr als bisher unterstützen durch Schulaufsicht, Senats- und Bezirksverwaltung sowie durch LISUM.
- Zur Unterstützung - nicht als Ersatz! - voll ausgebildeter Lehrer sollten Lehramtsstudenten, Bachelor- und Ein-Fach-Lehren zugelassen werden.
- Angesichts des akuten Fachkräftemangels brauchen wir ein Moratorium bei der Inklusion und verstärkte Unterstützung verhaltensgestörter Kinder und von Flüchtlingskindern.
- Die lehrerbildenden Universitäten müssen besser ausgestattet werden mit mehr Studienplätzen, mehr Hochschullehrern, mehr Räumen und Studiengänge und -inhalte müssen besser an die Schulrealität angepasst werden."

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